Hrsg. von Karin Zogmayer. Mit zahlreichen S/W-Abbildungen

240 Seiten
Format 130x205 Hardcover
EUR 22,90 / sFr 39,90
ISBN: 3701713693
ISBN: 9783701713691

Erschienen am 01. März 2004.

Nicht lieferbar.

Margarete Schütte-Lihotzky
Karin Zogmayer (Herausgeberin)

Warum ich Architektin wurde
Erinnerungen und Betrachtungen

Eine Frau mit Weitblick: Die »Jahrhundertarchitektin« erzählt von ihren Lehrern und Förderern, den ersten Berufsjahren und ihrem Einsatz für ein ebenso zeitgemäßes wie soziales Wohnen.

Es gehört schon eine ordentliche Portion Mut und Willenskraft dazu, den Beruf der Architektin anzustreben, in einer Zeit, in der sich noch niemand vorstellen kann, sich von einer Frau ein Haus bauen zu lassen. Margarete Schütte-Lihotzky berichtet, wie sie es dennoch wagte und als erste Österreicherin ein Architekturstudium absolvierte. In ihren Erinnerungen zeichnet sie sehr persönliche Portraits, u. a. von Oskar Strnad, Ernst May, Otto Neurath und dem Architekten und (politischen) Menschen Adolf Loos, mit dem sie nicht nur in der Wiener Siedlerbewegung zusammengearbeitet hat. Sie erzählt ihre »Klimt-Anekdote« und von der Nacht, die sie mit Hitler unter einem Dach verbracht hat.

Ihre Person wird gern mit ihrem bekanntesten Werk, der »Frankfurter Küche«, identifiziert, eine Gleichsetzung, die sie zunehmend als Belastung empfand. 1930 ging sie unter der Bedingung, keine Küchen mehr bauen zu müssen, nach Rußland. Weder vor noch nach der Entwicklung der »Frankfurter Küche« habe sie selbst gekocht, aber wissenschaftliche Studien zur rationellen Haushaltsführung gelesen und selbst erarbeitet.
Margarete Schütte-Lihotzy ist es ein Anliegen gewesen, deutlich zu machen, daß und inwiefern Architektur in ihre Zeit eingebettet ist und daß die romantische Sehnsucht nach früheren Wohnformen eine verfehlte Nostalgie darstellt.

Die Architektin, die diesen Text Anfang der achtziger Jahre zu schreiben begann, lebte damals schon längst in ihrer Wiener Stadtwohnung mit Dachgarten. Sie, die das ganze 20. Jahrhundert bewußt erlebt hat, wollte nie als Mensch der Vergangenheit gelten. Mit diesem Buch hat sie Erinnerungen für die Zukunft geschrieben. Im Zuge der Aufarbeitung des Nachlasses stieß die Herausgeberin auf das Manuskript, das sich als herausragendes kulturgeschichtliches Dokument erwies und dringend nach Veröffentlichung verlangte.

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